Skandalöser und übergriffiger Sexualkundeunterricht

Das Lehrernetzwerk Schweiz hat im Kanton St. Gallen eine Strafanzeige sowie eine Aufsichtsanzeige eingereicht. Anlass war eine Unterrichtseinheit zum Thema Sexualkunde an einer 5. Klasse, die unter der Leitung einer externen Fachstelle stattfand – ohne Anwesenheit eines Lehrers.

Was an der Primarschule Bütschwil geschah, überschreitet eindeutig die Grenzen eines verantwortungsvollen und altersgerechten Unterrichts. Zehn bis elfjährige Kinder wurden mit expliziten Themen wie Samenspende, Leihmutterschaft, Pornografie und Kondomgebrauch konfrontiert. Dabei kamen realistische 3D‑Modelle der Geschlechtsteile zum Einsatz, Kondome wurden demonstrativ übergestülpt, und die Kinder durften diese Gegenstände anfassen. Ihnen wurde sogar gezeigt, wie sie im Internet ihre „richtige Kondomgrösse“ finden könnten.

«Pornografisierung» des Unterrichts

Aus rechtlicher Sicht ist besonders schwerwiegend, dass diese Handlungen nach Art. 187 StGB (sexuelle Handlungen mit Kindern) als tatbestandsmässig einzustufen sein können. Der Straftatbestand schützt Kinder unter 16 Jahren vor jeder Form sexueller Handlung – unabhängig davon, ob ein sexuelles Motiv des Täters vorlag. Bereits das Einbeziehen von Minderjährigen in Handlungen mit eindeutig sexuellem Bezug genügt. Genau das ist hier geschehen: Die Kinder wurden aufgefordert, sich mit sexuellen Vorgängen, Körperteilen und Praktiken in einer Weise auseinanderzusetzen, die ihre Entwicklung überfordert und als verfrühte sexuelle Erfahrung zu bewerten ist.

Wir sind überzeugt: Solche Inhalte haben an unseren Primarschulen nichts verloren. Sie sind weder altersgerecht noch lehrplankonform und stellen nach unserer Auffassung eine klare Grenzverletzung gegenüber den Kindern dar. Besonders stossend ist, dass die Schule ihre Verantwortung an eine externe Organisation mit ideologischem Hintergrund ausgelagert hat, anstatt die Aufklärung altersgerecht und mit pädagogischem Feingefühl selbst durchzuführen.

Unsere Eingaben an die Behörden zielen darauf ab, diesen Missständen ein Ende zu setzen. Wir fordern, dass:

  • bei Sexualkundeunterricht immer eine qualifizierte Lehrerin bzw. ein qualifizierter Lehrer anwesend ist,
  • Eltern umfassend informiert und einbezogen werden,
  • externe Organisationen mit ideologischem oder aktivistischem Hintergrund keinen Zugang zu Primarschulen erhalten und
  • kein Kind mehr durch unangebrachte Inhalte in seiner Entwicklung gestört wird.

Mit dem Fall wird sich auch der Regierungsrat beschäftigen müssen. Kantonsrat Heinz Herzog (EDU, Mitglied der Bildungsgruppe und Vizepräsident der Starken Volksschule St. Gallen) hat 16 Fragen an den Regierungsrat eingereicht. Er schreibt: «Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist solcher Unterricht höchst fragwürdig. Wie stellt der Regierungsrat sicher, dass die kindliche Sexualentwicklung nicht durch unangemessene «Aufklärungsarbeit» in Schulen gestört wird?», fragt er exemplarisch.

Der Vorfall an der Primarschule Bütschwil ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines zunehmenden Trends, bei dem unter dem Deckmantel der Prävention ideologisch gefärbte Inhalte in die Klassenzimmer getragen werden. Unser Verein wird sich mit aller Entschiedenheit dafür einsetzen, dass Kinder geschützt bleiben und Sexualerziehung wieder zu dem wird, was sie sein soll: eine behutsame, altersgerechte Unterstützung der elterlichen Erziehung – nicht deren Ersetzung.

Damit wir weiterhin Eltern, die sich für die Unversehrtheit ihrer Kinder einsetzen, grosszügig unterstützen können, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen. Vielen Dank, dass du mit deiner Spende (Vermerk Fall Bütschwil) diesen Kampf der Eltern ganz konkret und wirksam unterstützt.

Wir bleiben dran. Für unsere Kinder. Mit unserem Netzwerk.

Lehrernetzwerk Schweiz

Update vom 6. März 2026

Wir haben Euch bereits über den Fall Bütschwil informiert, wo Primarschüler einem skandalösen übersexualisierten, ideologisierten Sexualkundeunterricht durch die Aidshilfe St.Gallen-Appenzell ausgesetzt waren. Gleichzeitig mit einer Strafanzeige haben wir daher auch eine Aufsichtsbeschwerde eigereicht. Daraus hat sich nun ein mehrfacher Schriftwechsel ergeben, wobei das Erziehungsdepartement Mühe damit zu bekunden scheint, unsere Kritikpunkte nachvollziehen zu können. In unserer jüngsten Eingabe an das Amt für Volksschule kritisieren wir, dass die Behörden des Kantons St. Gallen offenbar keine gründliche Untersuchung des beanstandeten Sexualkundeunterrichts in Bütschwil anstreben. Der bisherige Verlauf lässt vielmehr den Eindruck entstehen, dass man auf Zeit spielt – in der Hoffnung, wir resp. die von uns unterstützen Beschwerdeführer würden aufgeben.

Doch wir geben nicht auf, denn unsere Anliegen sind klar und nachvollziehbar:

Wir fordern nachdrücklich eine umfassende Überprüfung des von der Aidshilfe St. Gallen-Appenzell erteilten Unterrichts. Dabei soll untersucht werden, ob die Inhalte altersgerecht, dem Lehrplan 21 entsprechend sowie politisch und ideologisch neutral waren. Auch allfällige Leistungsaufträge an die Aidshilfe müssen auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüft und bei Mängeln aufgehoben werden. Zudem regen wir an, klare Leitlinien für den Beizug externer Anbieter zu schaffen – etwa eine Liste ideologisch neutraler Organisationen und eine Pflicht zur frühzeitigen Information der Eltern.

Auch die Weltwoche greift in ihrer aktuellsten Ausgabe den Fall auf.

Das Lehrernetzwerk Schweiz wird in dieser Sache nicht locker lassen und unnachgiebig bleiben und die Behörden in die Verantwortung ziehen. Für unsere Kinder. Für unsere Zukunft.

Wir bleiben dran. Für unsere Kinder. Mit unserem Netzwerk.

Lehrernetzwerk Schweiz

 

P.S. Wir konnten auch in anderen Fällen helfen. Dank unserer juristischen Beratung kam es etwa in einer Gemeinde im Kanton Aargau zu einem Umdenken bei den Klassengrössen und bei der Involvierung der Lehrerinnen und Lehrer in wichtige operative Entscheide. Wir sind glücklich, dass wir auf diese Weise zu einer Deeskalierung und gütlichen Beilegung einer angespannten Lage beitragen konnten.

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