Ein Berliner, ein Würstchen, ein Bundesrat

12. November 2021

Dr. Silja V. Meyer, Rechtsanwältin

Aus rational unbegreiflichen Gründen startete der Bundesrat diese Woche den Versuch, Ungeimpfte mit Bratwürstchen und Zuckerbomben zum Impfen anzulocken. Er scheint zu glauben, dass er damit die Entscheidung seiner Bürger zu beeinflussen vermag. Die erweiterte Zertifikatspflicht ist ihm nicht genug.

Für die aktuelle Bundesratsaktion werden bis zu 96 Millionen Schweizerfranken an Steuergeldern verschleudert. Das Vorgehen ist staatspolitisch höchst bedenklich. Während 71% der Covid-Toten im Jahr 2021 über 80 Jahre alt waren, verdoppelten sich die Suizidversuche bei Kindern und Jugendlichen. Doch das scheint nicht zu interessieren. Es geht nur noch um die Impfung. Das Verhalten des Bundesrates bleibt weiterhin kopflos und vernunftfrei.

Der Bundesrat hat vor zwei Monaten entschieden, dass für diverse Lebensbereiche der Zutritt nur noch mit Zertifikat gewährt wird. Der Bürger soll sich aufgrund der erheblichen Einschränkungen in sämtlichen Lebensbereichen – Gesundheit (z.B. Sport), Gesellschaft (z.B. Restaurant), Kunst und Kultur (z.B. Museum, Theater, Konzert), Bildung (z.B. Bibliothek, Hochschule), Wirtschaft (z.B. Arbeitserwerb) – «freiwillig» zur Impfung entscheiden. Nur Sex – und allenfalls auch Geschlechtskrankheiten – gibt es im Bordell natürlich zertifi(c)katsfrei. Der erzieherische Versuch scheiterte. Deshalb entschied sich unser Bundesrat als nächster Schritt dafür, unsere BürgerInnen mit Bratwürstchen, Berliner, Glühwein oder Raclette zum Impfen anzulocken. Mit anderen Worten: Berset versucht, uns mit Essen zu ködern. Diese Methode ist eher bekannt aus der Tierdressur oder der Schädlingsbekämpfung.

Doch das ist nicht alles: Es gibt fancy Impf-Trams und Impf-Busse, Impf-Dörfer und Impf-Konzerte, sogenannte Impf-Nächte, Impf-Partys und Impf-Schiffe. Und noch mehr: In Appenzell Innerhoden können sich ängstliche Menschen unter Hypnose impfen lassen, was rechtlich höchst problematisch ist, denn unter Hypnose ist man definitiv nicht mehr handlungsfähig und kann der Impfung selbstverständlich nicht rechtsgültig zustimmen (zur Urteils- und Handlungsfähigkeit siehe aber Art. 16/17 ZGB). Warum in aller Welt dieser Aufwand und diese unsäglichen Bemühungen, nur damit man sich impfen lässt?

Mit einem Zertifikat könne das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 stark minimiert werden, behauptet Alain Berset. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Bürger geht es unserem Bundesrat aber nicht. Denn: wäre dem Bundesrat unsere Gesundheit so wichtig, so würden nicht täglich 26 Menschen am Tabakkonsum sterben (was 16 % aller Todesfälle in der Schweiz pro Jahr ausmacht). Ganz bestimmt wäre Diabetes auch nicht die achthäufigste Todesursache. Und klarerweise wären nicht mehr als 11% der Schweizer Bevölkerung adipös und weitere 31% übergewichtig.

An Covid-19 sind im Jahr 2021 bislang in der Schweiz insgesamt 10’619 Menschen gestorben; 7607 der Verstorbenen erreichten mindestens 80 Lebensjahre. Mit anderen Worten: 71% der an Covid-19 Verstorbenen wurden wenigstens 80 Jahre alt. Zur Erinnerung: Die Lebenserwartung betrug im Jahr 2018 – d.h. vor der sogenannten Covid-19 Pandemie – 81,7 Jahre bei Männern und 85,4 Jahre bei Frauen. Während also die Todesrate bei den über 80-Jährigen minimal angestiegen ist, sprechen die Daten zu den Suizidversuchen bei Kindern und Jugendlichen im Corona-Jahr 2020 Bände: Es wurden bei jenen mehr als doppelt so viele (!) Suizidversuche verzeichnet als im Jahr 2019. Wenn der Staat schon vor allen möglichen Risiken schützen will, sollte er wenigstens seriös auf die Zahlen schauen.

Der Kausalzusammenhang zwischen dem Selbsttötungswunsch von Kindern und Jugendlichen und den menschenverachtenden Covid-Massnahmen ist nicht mehr zu übersehen. Der in Gesellschaft und Wirtschaft angerichtete Schaden ist erheblich. Die Massnahmen müssten eigentlich sofort aufgehoben werden. Mittlerweile dürfte jedem Stimmberechtigten klar sein, dass am 28. November 2021 nur mit einem NEIN der grösste bundesrätliche Machtmissbrauch in der Schweizer Geschichte seit dem Zweiten Weltkrieg gestoppt werden kann. Es ist an der Zeit, dass unser Land (wieder) einen Kurs einnimmt, in dem Grundrechte gewahrt werden und Freiheit garantiert wird.

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